Publikation Wolfsbegegnungen

Wolfsbegegnungen – eine Annäherung des Fremden. In: Uzarewicz, C., Gugutzer, R., Uzarewicz, M. & Latka, T. (Hrsg.) Berühren und berührt werden – Zur Phänomenologie der Nähe (Neue Phänomenologie 35). Nomos Verlag

Aus der Einleitung:

Im Folgenden soll es phänomenologisch gesehen zunächst einmal darum gehen, Wolfsbegegnungen zu beschreiben bzw. von meinen Forschungsteilnehmern und -teilnehmerinnen beschreiben zu lassen. In einem zweiten Schritt sollen dann die Erfahrungen der Annäherung des Fremden in ihrer Komplexität näher beleuchtet werden, ohne dabei ihre inhärente Ambivalenz aufzulösen. Jede dieser Wolfsbegegnungen ist ethnografisch gesehen kulturell situiert. Im ersten Beispiel geht es um eine touristische Sichtung im Rahmen eines Ausflugs mit einem kundigen Naturführer. Im zweiten Beispiel begegnet ein Jäger einem Wolf bei einer großen Drückjagd auf einem Truppenübungsplatz und obwohl der Wolf in Sachsen dem Jagdrecht unterliegt, ist er auch ganzjährig geschützt und darf nicht geschossen werden. Im dritten Beispiel sehen wir eine Frau, die mit ihrem Hund spazieren geht und dabei einem Wolf begegnet. Im vierten Beispiel berichtet eine Biologin, wie sie die Nähe von Wölfen empfindet, die sie im Rahmen ihrer Arbeit fängt und untersucht. Und schließlich erzählt eine Mitarbeiterin eines Wolfsparks von ihren Erfahrungen mit Gehegewölfen. In ihrer spezifischen Kombination geben diese fünf Beispiele einen Einblick in die Zusammensetzung von Möglichkeitsbedingungen für verschiedenste Wolfsbegegnungen, wie man sie in Deutschland machen kann.